• Zeit statt Zeug – Eine Kampagne für die Zukunft?

    Wenn man Passanten auf der Straße fragt, was sie sich zu Weihnachten wünschen, kommen je nach Alter Antworten wie „Spielzeug XY“, „Geld“, „Jacke XY“ oder vielleicht auch „Gesundheit“. Speziell Letzteres wird oft von älteren Semestern angegeben. Doch wie soll etwas so Abstraktes wie Gesundheit geschenkt werden? Ist es generell möglich etwas Abstraktes zu schenken?

    Man nehme zum Beispiel ZEIT! Die Zeit ist eines der höchsten Güter der Menschheit, denn sie ist für jeden Einzelnen begrenzt, unwiederbringlich und kann nicht zugekauft werden. Aber kann sie womöglich geschenkt werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Agentur Scholz & Volkmer mit Ihrem Projekt Zeit statt Zeug: http://www.zeit-statt-zeug.de/

    Bei diesem Projekt geht es ganz einfach darum, nicht die gewöhnlichen Dinge wie zum Beispiel Parfum oder ein Stofftier zu kaufen, sondern stattdessen Zeit zu schenken und dies in Form eines Waldspaziergangs oder eines Zoobesuchs.
    So kann man auf der Seite einen Gutschein virtuell verschenken und dieser beinhaltet das Wichtigste, was unser Sozialleben ausmacht: GEMEINSAME ZEIT

    „Gemeinsame Zeit…“, werden Sie denken „ …verbringt man doch in den verschiedensten Lebenslagen miteinander!“. Man geht gemeinsam einkaufen, passt auf die Kinder auf oder kommuniziert miteinander über die verschiedensten digitalen Kanäle. Bei jeder Tätigkeit verbringt man miteinander Zeit, das ist richtig, doch ist das diese sprichwörtliche Qualitätszeit? Ist das diese Zeit, die den Anfang einer Beziehung oder den Anfang einer Freundschaft so besonders gemacht hat? Sie wird immer öfter unterbrochen durch klingende und piepsende Smartphones oder durch den nächsten und den übernächsten Termin. Deshalb machen wir es uns einfach und versuchen unsere Zuneigung in Pakete zu packen und diese dann zu verschenken. Nachdem aber Zeit viel wichtiger als jegliches andere Gut ist, speziell in einer Zeit in der man zu wenig Zeit mit der Familie oder mit Freunden verbringt, schenken wir doch einfach ein gemeinsames Erlebnis!

    Wer wie ich viel Zeit des Tages im digitalen Alltag verbringt, von E-Mails und Besprechungen, Conference Calls und Abgabeterminen durch die Woche getrieben wird, dem erscheint das Wochenende wie ein ruhiger Ort, an dem der Stress nicht existiert und die Sonne immer scheint. In Wirklichkeit ist es aber so, dass wir gerade in der Vorweihnachtszeit an den Samstagen von Einkaufszentrum zu Einkaufszentrum hetzen und die „Dinge“ kaufen, die wir dann unter den Baum legen, um andere zu erfreuen. Vielleicht findet in diesem Jahr ja einer der Gutscheine den Weg unter den Baum und erfreut so einen geliebten Menschen mit Zeit statt Zeug!

    In diesem Sinne: Kochabend statt Kochbuch!

    Euer Martin

     

    Artikelbild: http://www.flickr.com/photos/flashbak/477446597/
    Screenshot: http://www.zeit-statt-zeug.de/