• Von der Idee zum Ideal – vom Brainstorming zum Produkt

    Wer kennt sie nicht die Mythen und Legende welche um „Genies“ und „Serien-Gründer“ ranken. Wer kennt sie nicht, die Geschichten um Richard Branson über seine Fehlschläge und seine Erfolge. Wer kennt sie nicht, die Aussagen von Freunden „einmal, wenn ich die zündende Idee habe, dann mache ich mich selbstständig!!!“….

    Auch bei uns* intern gibt es oft angeregte Diskussionen ob es „die Idee“ überhaupt gibt oder aber ob das „Tun“ mehr zählt als die bloße Idee!?
    Bekanntermaßen ist die schlimmste Bestrafung für eine geniale Idee die Ignoranz ebenjener. Wird eine gute Idee also nur am Papier verfolgt und nicht bis zu Umsetzung gebracht, ist dies gleich bedeutend, als wenn man die Idee auf den fiktiven elektrischen-Gedanken-Stuhl setzt.

    Doch wie bekommt die richtige Idee? Wie weiß man ob sich die Idee vermarkten lässt? Wie wählt man sie aus und vor allem wie setzt man sie um?

    Nun dies ist ja die Basis unseres Blogs und ich für meinen Teil werde hier nur einen kleinen Teil abdecken und deshalb starte ich mit gaaaaanz am Anfang: Ich stelle die Frage:

     

    Benötigt man überhaupt Ideen ….?

    Meistens fängt bei uns im Büro der Morgen mit einem Cafe und den Worten „Gestern hatte ich eine Idee….“ an.
    Wie jedes junge Unternehmen haben wir auch Berge von Ideen und Vorstellungen wie wir die Zukunft verändern wollen. Was wir machen wollen. Wir haben ein Ideen-Buch, ein Ideen-Wiki, verwenden Ideen-Bewertungsplattformen usw. nur genau genommen produziert dies mehr Arbeit als es spart. Zumindest denk man sich das im ersten Moment … aber:

    Ideen sind die Basis allen kreativen Schaffens.

    Kreative Ansätze helfen uns dabei Produkte (weiter) zu entwickeln und Dienstleistungen so zu gestalten, dass Sie dem Kunden wirklich nützen und nicht in der Masse untergehen.

    Kreativität ist hilft uns dabei, dass unsere Arbeit in Zukunft nicht durch Roboter ersetzt werden kann (zumindest nicht in naher Zukunft) und Kreativität ist der Schlüssel zum Erfolg in der Unternehmenswelt!

     

    …. und wenn ja, wie viele?

    Oft heißt es ja Qualität vor Quantität. Bei den Ideen verhält es sich genau umgekehrt:

    Bei vielen Ideen (Quantität) ist die Chance höher, dass eine qualitativ hochwertige dabei ist!

    Nun wie kommt man zu neuen Ideen? Der eine nutzt das Stillt Örtchen um über Probleme nachzudenken, den nächsten küsst die Ideen-Muse unter der Dusche oder während eines lähmenden Meetings. Viele Ideen entstehen auf Reisen, wenn man das gewohnte Umfeld, den goldenen Käfig oder ganz einfach „Die Komfortzone“ verlässt. Man beginnt neues zu erfahren, neue Fähigkeiten zu entdecken und dabei kommt das Gehirn in Schwung.

    Das Problem ist aber, dass nicht jeder immer im tiefsten Jungel Südamerikas herumirren kann, bist er die Idee seines Lebens hat und sie kann nicht pausenlos duschen, bist sie die Lösung für ihr neues Projekt hat. Dafür gibt es viel schlichtere Methoden welche dabei helfen Ideen zu generieren. Einige davon werde ich jetzt vorstellen:

     

    Brainstorming – Der Klassiker

    brainstormingBrainstorming ist die älteste, bekannteste und natürlich beliebteste Kreativitätstechnik. Kaum jemand gibt es, der nicht schon einmal davon gehört oder es angewendet hat.

    • Leistung / Outcome: Es werden viele Ideen in relativ kurzer Zeit produziert. Diese Ideen dienen dann als Anstöße, originelle Lösungen oder Ansätze die sich dann weiterentwickeln lassen.
    • Einsatzbereich: Am Anfang eines Problems! In dieser Phase werden viele Ideen benötigt.
    • Beschränkungen: Die Fragestellung muss realtiv konkret sein, da sonst die Ergebnisse zu weit gestreut sind. Die zu lösenden Probleme dürfen nicht zu komplex sein und die Gruppe sollte nicht nur aus Experten mit Spezialwissen bestehen.
    • Equipment: Flipchart oder Tafel
    • Dauer: 15-20 Minunten für die Ideenfindung und 30-60 Minuten für die Bewertung
    • Regeln:
      • Keine Kritik!
      • Alle Ideen sind willkommen!
      • Quantität vor Qualität!
      • Ideen von anderen aufgreifen und weiterentwickeln!
    • Vorgehen: Der Moderator erklärt kurz die Fragestellung und die Regeln. Wenn der Moderator das „Go“ gibt, dürfen die Teilnehmer (max. 12) alle Lösungsansätze los werden die Ihnen einfallen. Für gewöhnlich gibt es mehrere Wellen von Ideen. D.h. als Moderator muss man abschätzen ob die Gruppe noch etwas zu leisten im Stande ist oder nicht. Wenn alle Ideen niedergeschrieben wurden, geht es in die Bewertungsphase.
      Die Bewertungsphase muss nicht direkt auf die Ideenphase folgen, da die Teilnehmer dann so ein bisschen Abstand gewinnen und die Ideen kritischer bewerten. Alle Ideen werden auf Herz und Nieren geprüft. Die Machbarkeit wird pro Idee eruiert. Sollte sich die Gruppe auf keine gemeinse Lösung oder Idee einigen können auch je nach Gruppengröße zwei bis vier Punkte pro Teilnehmer vergeben werden. Diese Punkte werden dann von der jeweiligen Person auf die persönlichen Favoriten zugeordnet. Dieses Spiel kann solange wiederholt werden bis eine Idee übrig bleibt.

    Es gibt viele Spielarten des Brainstormings, bspw. Stop-and-go-Brainstorming oder Einzel-Brainstorming.

     

    Brainwriting – Papierkrieg zu Sechst

    • Leistung / Outcome: Es werden noch mehr Ideen generiert als beim Brainstorming und dies ohne Gruppen-dynamsiche Prozesse.brainwriting
    • Einsatzbereich: Am Anfang eines Problems! In dieser Phase werden viele Ideen benötigt.
    • Beschränkungen: Die Fragestellung muss realtiv konkret sein, da sonst die Ergebnisse zu weit gestreut sind. Die zu lösenden Probleme dürfen nicht zu komplex sein und das Fachwissen sollte gleich verteilt sein.
    • Equipment: 6 Blatt Papier und Schreibmaterial
    • Dauer: 30 Minunten für die Ideenfindung und 30-60 Minuten für die Auswertung
    • Vorgehen: Jeder Teilnehmer (optimalerweise 6) erhält ein Blatt Papier und die Fragestellung. Er oder sie schreibt dann 3 Lösungsvorschläge auf das Papier und reicht es seinem Nachbarn weiter. Naturgemäß erhält er dann von seinem anderen Nachbarn ein Blatt worauf bereits 3 Vorschläge notiert sind. Diese sollten den Teilnehmer zu weiteren Ideen anregen, die er oder sie wieder notiert. Für 3 Ideen werden 5 Minunten gerechnet, somit erhält man in 30 Minuten im Optimalfall 108 Ideen.
      Die Auswertungsphase ist gleich wie beim Brainstorming.

    Für diese Methode müssen nicht alle Teilnehmer am gleichen Ort sein. Es müssen lediglich die Notizbücher oder Online-Bereiche zu gleichen Zeit weitergegeben werden.

     

    Mindmapping – Dem Ideenbaum beim wachsen zusehen

    • Leistung / Outcome: Es werden neben neuen Ideen auch Verbindungen und Nebenaspekte beleuchtet und strukturiert.  mindmap-2
    • Einsatzbereich: Problemanalyse, Planung und Strategie, visualsierung von komplexen Themen
    • Beschränkungen: Komplexe Themen können zwar gezeigt werden, es wird aber zu einer vereinfachten Darstellung tendiert, dies suggeriert dann ein Problem verstanden zu haben obwohl es nicht der Fall ist.
    • Equipment: Tafel oder Flipchart oder ein vergleichbares Online-Tool (http://www.mindmeister.com/)
    • Dauer: 20-30 Minuten
    • Vorgehen: In der Mitte des Blattes steht der zentrale Begriff bzw. das zentrale Thema. Vom Zentrum aus folgen dann mehrere Linien und auf diese Linien werden assozierte Begriffe geschrieben. Auch hier gilt, einfach drauflos legen ohne lange zu überlegen. Aus den aufgeschriebenen Begriffen können dann weitere Entstehen bzw. Verbindungen eingezeichnet werden. Das entstehende Netz hilft dabei den Sachverhalt zu verstehen und Lösungen für ein Problem zu finden
    • Regeln:
      • Der Start bildet ein farbiges Bild in der Mittes des Blattes
      • Großbuchstaben für die Übersichtlichkeit verwenden
      • Die Wörter befinden sich auf den Linien welche miteinander verbunden sind
      • Möglichst nur ein Stichwort pro Linie verwenden
      • Wenn möglich mit Bildern und Symbolen arbeiten
      • Viele Farben verwenden
      • Alles festhalten was in Verbindung mit dem zentralen Thema entsteht

    Mindmapping an sich kann auch eine super Variante sein um sich wieder an Dinge, Daten und Fakten zu erinnern und sich schnell in ein Thema einzuarbeiten.

     

    Dies sind drei von vielen Kreativitätstechniken. In den nächsten Wochen werden hier noch viele weitere Methoden vorgestellt um Ideen zu generieren, zu strukturieren und natürlich zu bewerten.

    Jedoch muss uns bewusst sein, dass das Ideenmanagement nur ein kleiner Schritt zum Erfolg ist.

     

    Bleibt dran!
    Martin Klingbacher

     

    * Dieser Blog wird von EPSIMEC und Communifair gemeinsam betrieben. In diesem Fall weißt „uns“ auf das Gründerteam von EPSIMEC hin.

     

    Titelbild: https://www.flickr.com/photos/pimthida/8024219523/
    Brainstorming: https://www.flickr.com/photos/crispin/7590363962
    Brainwriting: https://www.flickr.com/photos/marcoarment/1969185955
    Mindmapping: https://www.flickr.com/photos/slark/43749231/