• Unternehmenslogo: Hilfreiche Tipps für die Entwicklung

    Sie wollen gesehen werden. Ihre Zielgruppe soll Sie wahrnehmen. Denn Ihr Logo gehört zum Werbepaket wie eine Unternehmensbroschüre oder ein Flyer. Aber Vorsicht! Denn es muss auch zu Ihrer Unternehmensphilosophie passen. Entweder knallig bunt und ausgefallen oder seriös und bodenständig. Ich verrate Ihnen, was Sie alles beachten müssen!

    Jeden Tag und überall sehen wir unzählige Unternehmenslogos. Schon beim Einkaufen, beim Tanken, beim Bummel durch die Stadt. Unternehmen wie BMW, Lidl, Saturn, Aldi, ATU, Wüstenrot, RWE und viele weitere wetteifern miteinander um die Gunst der Verbraucher. Und für uns gehören sie einfach dazu.
    Die Fachautorin Charlotte Rivers sagt in ihrem Buch „Corporate Design“, dass „Die Logos von Unternehmen […] heute nicht nur zu einem wesentlichen Bestandteil der Alltagskultur, sondern auch unserer gesellschaftlichen Sprache geworden“ sind. Deshalb dürfen auch kleine Unternehmen und Existenzgründer nicht mehr auf eine Identifikation durch ein Logo verzichten. Denn sie müssen im dichten Konkurrenzdschungel auffallen und – das ist besonders wichtig – einen hohen Wiedererkennungswert haben.

    Warum ist das Logo so wichtig?

    Mit dem Logo präsentieren Sie Ihre Firma nach außen. Somit ist es ein sehr wichtiger Bestandteil der Corporate Identity. Es orientiert sich an der Unternehmensfarbe. Idealerweise werden darin sowohl die Kernaussage als auch die Philosophie Ihres Unternehmens dargestellt.

    Da Menschen primär auf visuelle Reize reagieren, ist das Logo das erste Aushängeschild, mit dem Interessenten Produkte oder Dienstleistungen eines Unternehmens verbinden (sollen). So stellt es nicht nur einen visuellen, sondern auch einen emotionalen Bezug zum Unternehmen her, sorgt auf diese Weise für Sicherheit und Vertrauen und trägt maßgeblich zur Kaufentscheidung bei. Aufgrund seines Wiedererkennungswertes stärkt ein Logo die Bindung zum Unternehmen.

    Wie ein Logo gestaltet sein muss

    Zuallererst muss es auffällig sein, um sich durch ein unverwechselbares Aussehen von anderen Unternehmenslogos zu unterscheiden. Es muss ein Blickfang sein und eine Botschaft vermitteln.

    Gestaltungsregeln für die Übermittlung der Botschaft:

    • Einzigartigkeit: Sorgen Sie für die individuelle Note in Ihrem Logo. So grenzen Sie sich deutlich von Ihren Mitbewerbern ab und werden leicher wiedererkannt!
      Ein Logo, das stark verkleinert kaum noch zu erkennen ist (Bild: Gerd Altmann / pixelio.de)

      Ein Logo, das stark verkleinert kaum noch zu erkennen ist (Bild: Gerd Altmann / pixelio.de)

    • Erinnerbarkeit: Damit Ihr Unternehmen sich als Marke etabliert, müssen sich potenzielle Kunden an Ihr Logo erinnern. Dann können sie sich auch an die mit Ihrer Marke verbundenen Emfindungen erinnern. Weniger ist mehr. Denn je einfacher das Logo, desto einfacher, sich daran zu erinnern.
    • Zeitlosigkeit: Verwenden Sie bei der Gestaltung keine „modernen“ Elemente. Diese können aufgrund neuer Trends veralten. Wenn Sie solche Elemente weglassen, ist Ihr Logo immer zeiglos.
    • Verständlichkeit: Gestalten Sie möglichst einfach und klar. So kann der Betrachter das Logo sofort einer Marke, einer Dienstleistung oder einem Produkt zuordnen. Sind die hervorgerufenen Assoziationen zu kompliziert, kann das den Betrachter überfordern.
    • Originalität: Das Logo muss sich von anderen abheben und darf nicht an bereits bestehende Logos erinnern. Nur so wird es vom Kunden akzeptiert. Schließlich will das Unternehmen eine eigene Identität etablieren und nicht bereits bestehende Marken nachahmen.
      Ein Logo, das selbst nach starker Verkleinerung noch ziemlich gut erkennbar ist (Bild: Peter Smola / pixelio.de)

      Ein Logo, das selbst nach starker Verkleinerung noch ziemlich gut erkennbar ist (Bild: Peter Smola / pixelio.de)

    • Formqualität: Verzichten Sie auf Schnickschnack! Überflüssige Details machen ein Logo nicht nur komplex, sie überladen es auch. Eine geschickte Verbindung aus Schönheit und Zweck machen es funktional und es bleibt der Zielgruppe im Gedächtnis.
    • Anpassbarkeit: Gestalten Sie Ihr Logo so, dass es auf alle Materialien passt. Es darf zum Beispiel nicht zu filigran sein, damit es auch in stark verkleinerter Form noch gut zu erkennen ist und die Linien nicht ineinander verschwimmen. Außerdem sollte es auf sämtlichen farbigen Untergründen gut erkennbar sein. Denken Sie daran, dass es sowohl auf Ihrem Briefpapier als auch auf Flyern, Broschüren und Werbeplakaten abgebildet werden kann.

    Worauf Sie im Vorfeld achten sollten – Tipps für das Brainstorming

    Welche Botschaft wollen Sie vermitteln? Was möchten Sie erreichen? Welche Zielgruppen wollen Sie ansprechen und worin besteht das Angebot Ihres Unternehmens? Welche Emotionen möchten Sie erzeugen?

    Diese und weitere Fragen sind wichtig, um sowohl farblich als auch gestalterisch das richtige Logo zu entwickeln, damit Sie die richtige Botschaft übermitteln und Ihre Zielgruppe abholen.
    Vergleichen Sie! Schauen Sie sich Logos Ihrer Wettbewerber an und prüfen Sie, was diese in Ihnen bewirken und was sie ausdrücken sollen und wollen. Dynamik, Stärke und Geschwindigkeit finden wir beispielsweise im Logo des Sportartikelherstellers Puma; Ruhe, Seriosität und Verlässlichkeit bei der Deutschen Bank.
    Sabine Hamann behauptet in ihrem Buch „Logodesign“, dass die Anmutungsqualität eines Logos und die Angemessenheit für Kunde oder Produkt sehr wichtig sind. „Das Logo soll stilistisch am Produkt, Kunden oder der Leistung orientiert sein.“ Genau das schaffen die beiden genannten Beispiele.

    Außerdem ist die Zielsetzung Ihres Unternehmens für die Auswahl des Logos von zentraler Bedeutung. In erster Linie muss ein Logo Aufmerksamkeit erzeugen, um eine Marke bekannter zu machen. Um hingegen das Markenimage zu pflegen oder aufzubauen, muss das Logo positive und konsumrelevante Assoziationen hervorrufen.

    Keep it short and simple!

    Die KISS-Formel gilt nicht nur für Werbetexte oder Slogans, sondern kann auch bei der Entwicklung Ihres Logos eingesetzt werden. Denn einfach bedeutet keinesfalls langweilig. Einfach kann auch sehr originell sein. Bei der Gestaltung müssen Sie darauf achten, dass Sie die passende Farbe und natürlich auch die geeignete Schrifttype verwenden, um die bereits erwähnte Botschaft richtig an die Zielgruppe zu übermitteln. Ein Text ist gut, wenn man ihn nicht mehr kürzen kann; ein Logo, wenn man nichts mehr wegnehmen kann.

    • Die Farbwahl: Farben haben unterschiedliche Wirkungen.
      Wie unterschiedliche Farben wirken (Bild: CIS / pixelio.de)

      Wie unterschiedliche Farben wirken (Bild: CIS / pixelio.de)

      In ihrem Buch „Wie Farben wirken“ erklärt Eva Heller anhand von Untersuchungen, wie Farben sowohl einzeln als auch in Kombination mit anderen Farben wirken. Sie stellt heraus, dass blau eine beliebte Farbe für Produktions- und Dienstleistungsunternehmen ist, da es als vornehm und unaufdringich empfunden wird. Beispiele sind die Deutsche Bank und die Allianz Versicherung. Rot hingegen gilt als aktionistisch und aggressiv und wird von vielen Handelsbetrieben verwendet wie ATU und der Discount-Kette Lidl.

    • Die Schrift: Schrift mussgleichermaßen zur Farbe und zur Grafik insgesamt passen. Soll das Gesamtbild traditionelloder modern sein, wollen Sie Dynamik
      Die Auswahl der richtigen Schrift ist wichtig! (Bild: birgitH / pixelio.de)

      Die Auswahl der richtigen Schrift ist wichtig! (Bild: birgitH / pixelio.de)

      vermitteln oder eher Sicherheit? Serifenlose Schriften wie Arial wirken eher modern, Schriften mit Serifen, zum Beispiel Times New Roman werden eher als konservativ empfunden.

    Fazit

    Bei der Gestaltung eines Logos reicht es nicht aus, einfach einen Grafiker zu beauftragen. Für ein ordentliches Briefing müssen schon vorher viele Fragen beantwortet werden. Brainstormings sind wichtig, genau wie die genaue Definition der Zielgruppe und dessen, was das Logo vermitteln soll. Erst wenn alle Fragen ausführlich beantwortet und alle weiteren Punkte geklärt sind, kann ein ausführliches Briefing an den Grafiker und ggf. an den Texter für einen Claim übermittelt werden.

    Schließlich ist es Ihr Ziel, aus der breiten Masse herauszustechen und von Ihrer Zielgruppe schnell und einfach wiedererkannt zu werden.

    Rufen Sie positive Emotionen hervor!

     

    Titelgrafik: Tim Reckmann  / pixelio.de