• Social Media in Unternehmen ODER: Was Unternehmen von der Sharing Economy lernen können!

    Die Marketing Abteilung eines Unternehmens ist wie ein Jahrmarkt. Es gibt viele bunte Ecken, es gibt Spannendes zu entdecken, viel Kreativität und es gibt vor allem eines:

    Das Ziel, das Produkt an den Mann oder die Frau zu bringen!

    In den täglichen Meetings und Gesprächen dreht es sich darum, ob nicht doch mit diesem Bild die Zielgruppe besser angesprochen wird, ob dieser und jener Text nicht zu weit weg von den Markenwerten ist und ob das vorgeschlagene Banner eine zu schwache Klickaufforderung enthält. Unterm Strich soll der Kunde die Werbung registrieren, sich damit identifizieren und am besten gleich kaufen!

    Eben wie auf einem Jahrmarkt, nur dass ein Marketing Team heutzutage nicht in der Lage ist, alle potentielle Kunden mit Hilfe eines Megafons anzusprechen. 🙂

    Kaufen Sie! Kaufen Sie!

    Diese Jahrmarktsmentalität wurde einerseits – speziell in vertriebslastigen Unternehmen – über die Jahre durch die Nähe zur Verkaufsabteilung beibehalten und anderseits wurde es von Myriaden von Marketing Studien- und Lehrgängen gefestigt, welche Ihren Abgängerinnen und Abgängern genau diese Eckpunkte vermittelt haben.

    Dann kam das Internet oder wie es oft und gerne genannt wird … oder Web 1.0.
    Es war möglich mit weniger Investition mehr und genauere Werbung zu machen. Das „gelernte Marketing-System“ ließ sich also 1:1 in die virtuelle Welt übertragen.
    Dies stellte nicht nur die Marketer selbst, sondern auch die Unternehmens-Leitung höchst zufrieden, zumindest für den Anfang.

    Dann kam Social Media … oder auch Web 2.0.
    Laut der wikipedischen Definition, ist Social Media  “[…] ein Schlagwort, das für eine Reihe interaktiver und kollaborativer Elemente des Internets, speziell des World Wide Webs, verwendet wird.“ .
    Schön! denkt sich nun der geneigte Marketer und sieht die nächsten Möglichkeiten am Horizont, durch welche die nur darauf wartende Kundenscharr mit Werbung und Produkten bombadiert werden kann.

    Leider – oder Gott sei Dank – wurde hier die Rechnung ohne die Generation Y gemacht. Die Generation Y, also jene zwischen 1977 und 1998 geborenen, wuchsen mit dem Internet und den zugrunde liegenden Ideen auf:

    Alles ist vernetzt! Alles ist zugänglich!

    Durch die technische Revolution des Internets, durch die Zugänglichkeit von jeglicher Information und durch die Globalisierung haben sich nicht nur ganze Geschäftszweige verabschiedet oder verschoben, es sind auch neue entstanden.

    Durch die Evolution von Social Media im Speziellen wurden Geschäftszweige nicht verdrängt sondern erweitert und weiterentwickelt. Das beste Beispiel hierfür ist die Sharing Economy. Die Sharing Economy ist ein Wirtschaftszweig in dem es sich Unternehmen zur Aufgabe gemacht haben, Güter (und Services) vielen Menschen zur Verfügung zu stellen, ohne dass diese das Produkt oder die Dienstleistung komplett kaufen müssen.

    Salopp formuliert: Nachbarschaftshilfe übers Internet

    Das dieser Trend in der breiten Masse angekommen ist, zeigen Medienberichte über das Thema selbst (hier, hier, hier, hier ….). Auch die Tatsache, dass spezielle Dienste wie AirBnB oder Uber damit erfolgreich sind und nun in weiterer Folge Interessensvertretungen und Gewerkschaften gegen diese Services vorgehen, ist ein Zeichen für die Massentauglichkeit der Sharing Economy.

    Was bedeutet dies für den Unternehmensalltag?

    Marketing im Web 2.0 müsste prinzipiell den Fokus auf den Umgang mit seinen (potentiellen) Kunden  legen. Welche Inhalte werden geteilt und wie agiert man mit Fragen eines nur virtuell erreichbaren Kunden ist wichtiger als die Frequenz der Werbeschaltung und die Anzahl der Klicks. Nur die richtige Werbung zur richtigen Zeit kommt im sozialen Netzwerk auch beim Kunden an.

    Auf der Plattform Facebook ist beispielsweise die Interaktionsrate wichtiger als die Like-Zahl einer Seite.
    Natürlich kann jeder argumentieren, dass ohne eine gewisse Community keine Interaktion möglich ist, doch wofür würdest du dich entscheiden: 1000 wahre Freunde oder 100.000 gekaufte Freunde?

    Euer Martin

     

    Titel-Bild: Flickr | Sean MacEntee