• KochAbo ist pleite, Marley Spoon übernimmt

    Das Lebensmittel-E-Commerce-Startup „KochAbo“ ist pleite. Die Auslieferung der Essensbestellungen wird nun unter Marley Spoon vollzogen.

    KochAbo ist Pleite – macht nix – es geht weiter

    Der österreichische Rezepte-Box- und Lebensmittel-Zusteller ist pleite.

    Das Start-Up KochAbo GmbH wurde 2012 gestartet. Der Hauptschwerpunkt der Geschäftstätigkeiten war die Essensauslieferung. Nun wurde am Handelsgericht in Wien das Konkursverfahren eröffnet. Die Gläubigerzahl und das aushaftende Gesamtobligo sind nach Angaben des Alpenländischen Kreditorenverbands (AKV) noch unbekannt. Das operative Geschäft wurde inzwischen von der deutschen MarleySpoon übernommen. Das Geschäft wird in Zukunft unter diesem Namen weitergeführt werden.

    Die KochAbo GmbH wurde lange von Geschäftsführer Michael Ströck (Sohn einer bekannten Wiener Bäckerfamilie) geleitet. Das ursprüngliche Gründingsziel der KochAbo war es, Essens-Zutaten in Kartonboxen samt Rezepten (= halbfertiges Essen) direkt zur Haustür zu liefern.

    Im Herbst 2015 wurde Kochboxen-Lieferant vom Berliner Konkurrenten Marley Spoon aufgekauft. Das operative Geschäft wurde bereits 2012 in die KochAbo Betriebs GmbH eingebracht. Die KochAbo Betriebs GmbH gehört zu 100 Prozent der MarleySpoon GmbH mit Sitz Berlin. Dort erklärte man der APA, dass die KochAbo Betriebs GmbH in MarleySpoon umbenannt und fortgeführt werden solle.
    Als Geschäftsführer in Österreich fungieren den Angaben zufolge Fabian Siegel, Julia Lange und Till Neatby.

    Gegründet wurde die KochAbo GmbH mit Hilfe des Incubators i5invest GmbH. In zwei Finanzierungsrunden wurde ein niedriger siebenstelliger Euro-Betrag investiert. Als prominente Miteigentümer der insgesamt 15 Eigentümer zu nennen sind, die Cielo Privatstiftung oder der Ex-Rewe-Vorstand Werner Wutscher.

    Aktuell zählt die KochAbo GmbH 3 Mitarbeiter und die KochAbo Betriebs GmbH 6 Mitarbeiter – lt. FirmenABC.

    Im Jahr 2014 hatte man noch Großes vor:

    • wöchentlich 70.000 Euro Umsatz
    • pro Jahr demnach 3,6 Mio. Euro
    • bis zu 15.000 Bestellungen pro Tag

    Die Bilanzen sprechen jedoch eine klare Sprache. 2014 lag der Bilanzverlust bei 2,54 Mio. Euro, 2013 1,16 Mio. Die Bilanzsumme der KochAbo GmbH sank von 2013 auf 2014 von 1,79 auf 1,37 Mio. Euro. Bei der MarleySpoon-Tochter KochAbo Betriebs GmbH sind für 2014 rund 1,62 Mio. Euro Bilanzverlust angeführt inkl. 1 Mio. Euro Verlustvortrag. 2015 wurden umfangreiche Sanierungsmaßnahmen eingeleitet und ein Schuldenschnitt mit den Lieferanten vereinbart.

    Forderungen zum Konkurs der KochAbo GmbH können von Gläubigern bis zum 9. Dezember angemeldet werden. Die allgemeine Prüfungs- und Berichtstagsatzung ist für 22. Dezember am Handelsgericht Wien anberaumt.

    Nachlesen auf: wirtschaftsblatt.at

    Bildquelle: selbsterstellter Screenshot, kochabo.at, 20.10.2016