• Google Encrypted Search – Keyword not provided

    Warum Google „SEOs“ Kopfzerbrechen bereitet?

    Wir nehmen an, wir kennen uns mit Webanalyse-Tools ein wenig aus. Wir nehmen weiter an, wir können zwischen unterschiedlichen Inbound-Kanälen unterscheiden. Wir wissen also, dass es organischen Traffic, bezahlten Traffic, direkte Besuche, verweisende Zugriffe, Zugriffe über Social Media oder E-Mail usw. gibt.

    Betrachten wir einmal mehr den organischen Traffic. Bislang war es möglich, diesen organischen Traffic in den Webanalyse-Tools zu analysieren. Man sah, welcher Suchbegriff, auf der Website zu welchen Aktionen geführt hat. Diese Informationen wurden also „provided“. Leider gehört das nun der Vergangenheit an. Zumindest, was den Such-Traffic vom Suchmaschinen-Primus Google betrifft.

    Wie Sie nachfolgendem Screenshot entnehmen können, hat sich Google dazu entschlossen, die tatsächlichen Suchbegriffe für Webanalyse-Tools – das gilt (fast) auch für„Google Analytics“ – nicht mehr offenzulegen. Das sorgt sowohl bei in-House-SEOs als auch bei externen SEO-Dienstleistern für gehörigen Ärger. Ab sofort wird die Arbeit in diesem Segment zumindest entscheidend erschwert.

    Bild 1: Traffic Keyword-Daten "not provided"

    Bild 1: Traffic Keyword-Daten „not provided“

    Die Gründe hierfür – so argumentiert Google– liegen im Schutz der persönlichen Privatsphäre. Nicht zuletzt aufgrund der NSA-Überwachungs-Affäre im Herbst 2013. Google hat sich also dazu entschlossen, den gesamten Traffic, der über Google-Seiten an Ihren Webshop, Ihren Blog oder Ihre Website weitergereicht wird, nicht mehr offenzulegen. Technisch gesehen, wurde vom offenen Protokoll HTTP auf das „sichere“ HTTPS umgestellt.

    Seit Ende August 2013 führt diese Umstellung zu einem enormen Anstieg bei den „verschleierten“ Such-Zugriffen über Google. Dies ist für Seiten, die den Großteil ihres Traffics über die Suchmaschine Google abgegriffen haben zu besonders schmerzvollen Erkenntnissen. Der „Inkognito-Traffic“ hat sich fast verdreifacht. Dort wo vorher Keywords in Plain-Text gut lesbar und interpretierbar („provided“) gestanden sind, steht nun „not provided“.

     

    Probleme

    Die Hauptprobleme, die durch diesen Umstand entstehen, sind:

    • Erschwerte (unmögliche) Analysen des organischen Traffics
    • Totaler Blindflug, was Analysen auf Keyword-Ebene betrifft
    • Zuordnung und Identifizierung von conversion-treibenden organischen Keywords unmöglich.
    • Bewertung der SEO-Onpage-Arbeit wird schwieriger.
    • Es lassen sich nur mehr Tendenzen ableiten.

    Chancen – Warum Suchmaschinen-Optimierung ab sofort mehr Wissen voraussetzt?

    Viele SEOs sehen diesen Umstand sehr negativ. Aber es gibt auch andere, die diese Situation als Chance sehen. Vor allem gewinnt nun fundamentales SEO an Bedeutung. D.h., es ist viel mehr Know-how gefragt, um die gesamte Tragweite der vielen Faktoren in einem SEO-Gesamt-Maßnahmenkatalog einzuflechten. Das wiederum bedeutet, dass es nicht reicht, sich in irgendein Webanalyse-Tool einzuloggen, um zu sehen, welche Wörter die besten Abschlussraten erreicht haben. In Zukunft werden also Faktoren wie Keyword-Strategie, Seitenstruktur, Aufbau der Seite, Ladezeit und sämtliche andere SEO-Faktoren noch wichtiger werden. Das Ausblenden der Keyword-Informationen legt somit vor allem allen „selbsterklärten SEOs“ das Handwerk. Dadurch hat bereits folgende Entwicklung eingesetzt: Es trennt sich nun die „Spreu vom Weizen“.

    Für alle erfahrenen SEOs ist das nichts weiter als ein Messparameter, der wegfällt. Für viele andere SEOs fehlt nun die Grundlage ihres Handelns. Aus Marketingsicht ändert sich nicht viel, denn der Kanal SEO wird ohnehin auf der Meta-Ebene bewertet.

    Für alle, die es aber doch genauer wissen wollen, kann ich Ihnen hier zwei Lösungsvorschläge anbieten.

     

    Vorschlag 1: Google Webmaster Tools

    Wie unten stehendem Screenshot entnommen werden kann, lassen sich die Keywords (=Schlüsselbegriffe) einer Website, die zu Impressionen und Klicks geführt haben ganz bequem über die Oberfläche dieses Google-Tools analysieren. Dazu ist lediglich erforderlich dieses Tool auf seiner Website einzurichten. Grundsätzlich dient dieses Werkzeug dazu Fehler einer Website zu minimieren und so die Indizierbarkeit der Inhalte zu maximieren. Beispielsweise werden 404er-Fehler, doppelte Meta-Titel, Meta-Descriptions uvm. erfasst. Unter anderem lassen sich in diesem Tool im Bereich „Suchanfragen“ –> „Suchanfragen“ auch die Keywords analysieren, da diese im PLAIN-TEXT dargestellt sind. In diesem Beispiel ist schnell erkennbar, dass das Keyword „flyergestaltung tipps“ sehr gut funktioniert. Mittelmäßige Impressionen, aber hohe Klickrate und gute Platzierung. So können Sie Keyword für Keyword analysieren und bewerten. Was leider nicht entnommen werden kann, sind Informationen darüber, welches Keyword nun zu einer Conversion geführt hat. Da kann dieses Werkzeug im Vergleich zu Google Analytics einfach nicht mithalten.)

    Bild 2a: Google Webmaster Tools – Screenshot

     

    Vorschlag 2: Setzen Sie ab sofort mehr auf die Tools der Yahoo-BING-Search.

    Das hat den Vorteil, dass Sie weiterhin wie gewohnt organische Suchbegriffe in Ihren Auswertungen lesen können. Wie Sie folgender Darstellung entnehmen können, bringt dieser totale Fokus auf diese Suchmaschine jedoch einen gewaltigen Nachteil mit sich – ihr Traffic wird unweigerlich einbrechen. Denn wie Sie wissen, wird im deutschsprachigen Raum mit einer Wahrscheinlichkeit von 92 % eine andere Suchmaschine verwendet.

    Statistik: Suchmaschinenverteilung, DE, 2013

    Bild 2b: Suchmaschinenverteilung (DE), statcounter 2013

    Nutzen Sie die Möglichkeiten von BING, um Ihren Such-Traffic auszuwerten. Als Stimmungsbild sind die Erkenntnisse gut verwendbar. Es darf jedoch nicht vergessen werden, dass  diese wegen der fehlenden Stichproben-Größe keine ausreichende statistische Aussagekraft besitzen. Damit lässt sich der Traffic der Bing-Search zwar aus- und verwerten, aber die Ergebnisse sollten NUR als Zusatzinformation und Indikator für den Traffic der Google-Search herangezogen werden.

     

    Vorschlag 3: Unsichtbares wieder sichtbar machen!

    Um Ihren Suchbegriffen auch die entsprechende statistische Relevanz zu verleihen, lässt sich ein weiterer Trick anwenden. Die Sache hat jedoch einen kleinen Nachteil. Sie verursacht Kosten. Um unsere organischen Keywords wieder sichtbar zu machen, machen wir uns ein anderes Marketing-Instrument zu nutze.

    Sie kennen sicher das Marketing-Instrument „Google Adwords“. Ein Performance Marketing Instrument der ersten Stunde, ebenfalls auch aus der Google Familie. Mit Hilfe der Google Adwords lassen sich sehr gezielt Ihre Wunsch-Suchbegriffe für Ihr individuelles Absatzgebiet und ihre hochwertigen Produkte in Googles Werbenetzwerk schalten.

     

    Warum hilft uns das bei der Keyword-Recherche?

    Ganz einfach: Google hat einen Weg gefunden, gewisse Traffic-Daten doch offenzulegen. Das gilt vor allem für alle Informationen, die aus dem Google-Werbenetzwerk kommen. Vereinfacht gesagt, jeder der bei Google Werbung schaltet, wird mit detaillierten Daten versorgt.

     

    Warum Google „not encrypted“ aktiviert hat?

    Aus meiner Sicht, ist das sehr einfach zu erklären: Einerseits will Google Adwords-Kunden (Kunden, die für Traffic Geld bezahlen) auf keinen Fall verärgern, sondern besser stellen. Dazu ist dieses Markt-Segment eine zu wichtige (und einzige) Einnahme-Quelle. Andererseits wird durch diesen Schritt die Attraktivität der Werbemöglichkeiten mit Google weiter gesteigert und die Keyword-Thematik ein wenig in den Hintergrund gerückt. Dadurch wird mittelfristig die allgemeine Qualität der Websites steigen und der Fokus muss sich wieder an mehrere Faktoren richten.

     

    Die ersten Schritte, um die Keywords wieder sichtbar zu machen?

    Möglichkeit 1: Sie aktivieren die Google Webmaster Tools. – kostenlos –

    Möglichkeit 2: Sie legen Keywordlisten mit ihren Wunsch-Suchbegriffen an. Nutzen Sie dabei Begriffe, wo Sie und andere vor allem aber Kunden nach ihren Produkten und Dienstleistungen suchen würden. Wenn Sie eine erste Liste zusammengetragen haben, füttern Sie damit ihr Adwords-Konto und lassen diese ins Such-Netzwerk von Google ausliefern.

    Tipp (1) Wenn Sie derzeit noch kein Adwords-Konto registriert haben, geben Sie uns Bescheid. Als Willkommens-Geschenk dürfen wir Gutscheine im Wert von 75,- EUR an Sie weitergeben. Damit können Sie die ersten Interessenten kostenlos auf die Website holen. Beachten Sie, dass die Menge an Gutscheinen begrenzt ist – „first come – first served!“ Hier Gutschein anfordern!

    Tipp (2) Wenn Sie darüber nachdenken Ihr bestehendes Konto zu analysieren und ev. neu zu strukturieren sowie eine professionelle Einrichtung wünschen, dann können wir sogar Gutscheine im Wert von 200,- EUR weitergeben. Auch diese sind nur begrenzt verfügbar. Es gilt: „Wer zuerst kommt, malt zuerst!“ Hier Gutschein anfordern!

    Wie oben beschrieben übergibt nun Google die Keyworddaten aus der „bezahlten Suche“ in ihre Webstatistik weiter. Sie können nun gezielt wieder auf Keyword-Ebene Auswertungen und Interpretationen erstellen.

     

    Fazit

    Es stimmt mich persönlich sehr bedenklich, wenn Google die Macht dazu hat, eine so wichtige Auswertungs-Methode einfach zu „deaktivieren“. Allen SEOs, Webshop- & Seitenbetreibern bleibt nichts anderes übrig, als es zu akzeptieren. Google nutzt die Vormachtstellung zum eignen Vorteil. Durch diese Umstellung entstehen aber auch Chancen für Profis. Wie oben gezeigt, gibt es alternative Lösungswege und Methoden die zum Ziel führen. Eine davon führt über die bezahlte Werbung via Google Adwords, die Wieder-Sichtbarmachung von Keyword-Daten eine andere kostenschonendere durch Analyse eines weiteren Google-Tools.

    Mich persönlich freut dieser Umstand sehr, denn die SEO-Arbeit wird so ein kleines Stück komplexer und verlangt mehr Wissen & Erfahrung. Insgesamt freut es mich, dass durch diese Änderung auch andere Aspekte (abseits von „Keyword-Schlachten“) einer Website wieder mehr ins Zentrum gerückt werden. Welche Aspekte das sind behandeln wir in einem der nächsten Artikel.

     

    Über den Autor

    Der Autor Dipl.-Ing. (FH) Martin Macheiner ist Strategischer Digital Marketer und einer von wenigen zertifizierten Online Marketing Experten in Österreich. Inzwischen betreut er namhafte Kunden in verschiedensten Branchen (Finance, HAndwerk & Gewerbe, Handel, Dienstleitung) vorwiegend österreichischen KMU-Segment.

    Quellenhinweise:

    • Bild 1: „Not provided“ Traffic, selbst erstellt, Martin Macheiner 2013
    • Bild 2a: Screenshot, Google Webmaster Tools, selbst erstellt, Martin Macheiner 2013
    • Bild 2b: Suchmaschinenverteilung DE, statcounter.com 2013
    • Titelbild: Affen, primatis 2013