• Ein Flyer ist eine gute Werbung – Aber hol dir Tipps vom Profi

    Pizzaservice, Döner-Taxi, der neue Bürgermeisterkandidat der SPD.
    Unzählige Flyer liegen in meinem Briefkasten und nach einem flüchtigen Blick landen sie alle im Papiermüll. Sie gefallen mir einfach nicht. Entweder sind sie zu unpersönlich, zu bunt, zu farblos, bringen die Botschaft nicht rüber.

    Man sieht den kleinen „Broschüren“ auf den ersten Blick an, ob ein Profi am Werk war oder ob sie von der Chefsekretärin nebenbei gemacht wurden. Damit möchte ich die Chefsekretärin, die sicherlich einen ausgezeichneten Job macht, keinesfalls angreifen. Aber so etwas gehört einfach nicht zu ihren Aufgaben. Und hier gilt: Keine Werbung ist besser als schlechte Werbung!

    Selbst wenn gerade kein Geld da ist, um die Arbeit an einen Grafiker zu geben, müsst ihr euch darüber im Klaren sein, was ihr mit dem Flyer eigentlich erreichen wollt – und vor allem, wen ihr erreichen wollt.
    Wollt ihr eure Firma oder euer Produkt anbieten? Wollt ihr Neuigkeiten verbreiten oder alt Bewährtes wieder aufleben lassen?

    Lest in meinem neuen Blogpost, was ihr für gute Flyer beachten müsst. Hier nun meine Tipps:

    ​Überlegt euch vorher, welche Ziele ihr habt!
    Klingt ganz einfach, aber dahinter steckt so einiges, an das ihr denken müsst. Zunächst die Frage: Wollt ihr euer Unternehmen oder euer neues Produkt im Flyer vorstellen? Oder wollt ihr – zum Beispiel für euer Autohaus – die Einweihung eurer neuen Ausstellungshalle ankündigen, also ein Event ankündigen?

    • Der Image-Flyer (also der, mit dem ihr euer Unternehmen präsentiert) muss hochwertig sein. Denn mit diesem „kleinen Stück Papier“ vermittelt ihr all das, was euer Unternehmen ausmacht, unter anderem Qualität. Schließlich wird dieser Flyer bei ganz unterschiedlichen Veranstaltungen oder Anlässen verwendet. Er soll Kunden beim Erstkontakt überzeugen, ist Teil der Pressemappe und wird bei allen möglichen Unternehmensevents verteilt. Schon beim Anfassen soll der (potenzielle) Kunde merken, dass hier an Qualität nicht gespart wurde.
      Allen ist bei Flyern das Format „DIN-lang“ bekannt. Um aufzufallen, könnt ihr euch beim Image-Flyer aber auch mal für ein anderes Format entscheiden. Bei größeren Formaten kommen auch Fotos und Grafiken besser zur Geltung. Hier gilt: edel kommt gut an!
    • Im Produkt-Flyer geht es viel weniger um eine emotionale Botschaft als im Image-Flyer. Hier soll ein Produkt sachlich beschrieben werden, ohne Schnörkel und sprachliche Exkurse. Auch beim Format darf es hier grundsätzlich ganz klassisch sein. Farbwahl, Qualität, Schrift und Bilder oder Grafiken hängen von der Branche ab.
      Aber Vorsicht: Auch wenn hier die Qualität nicht so eine große Rolle spielt wie beim Image-Flyer, muss der Produkt-Flyer seine Zielgruppe erreichen und grafische oder Rechtschreibfehler sind in jedem Fall ein absolutes No-go!
    • Beim ​Veranstaltungs-Flyer​ hängt die Gestaltung von einigen Faktoren ab. Je nachdem, was es für eine Veranstaltung ist, wie lange sie dauert, was das Thema ist etc., variiert die Textlänge, die Bildervielfalt und so natürlich die Papiergröße. Aber auch hier gilt, dass der Flyer die Zielgruppe ansprechen muss!

    ​Wen wollt ihr ansprechen?
    Die Frage nach der Zielgruppe bleibt auch hier nicht aus. Wen will ich als Neukunden gewinnen (Image-Flyer)? Wer ist an meiner neuen Produktpalette interessiert und wem kann ich sie anbieten (Produkt-Flyer)? Für wen ist die Info-Veranstaltung in meinem Hause geeignet (Veranstaltungs-Flyer)?
    Hier gibt es eine Grundregel, die sowohl für Flyer als auch für jeden anderen Unternehmenstext gilt: „Eine Unternehmensmeldung ist nicht für ein Unternehmen, sondern für die Kunden und potenziellen Kunden des Unternehmens!“

    ​Keep it short and simple (KISS)
    Ein Flyer ist gewissermaßen wie ein Teaser. Er soll Themen ansprechen, sie nicht vollständig erklären. Macht eure Kunden mit dem Flyer neugierig. Auch so zieht ihr sie zu eurer Veranstaltung oder auf eure Webseite. Mit zu viel Text wird der Kunde eher abgeschreckt und der Flyer landet – wie im ersten Absatz erklärt – schnell im Papiermüll. Eine gute Variante, den Flyer aufzulockern, sind Bilder und Grafiken.

    ​Das Auge isst mit
    Auch beim Informationskonsum gilt diese einfache Regel. Bei knappem Inhalt bleibt euch mehr Raum für eine ansprechende Gestaltung. Nichts ist schlimmer als ein total überladenes Gesamtbild. Ihr habt die Freiheit, nach euren Wünschen zu gliedern. Arbeitet mit aussagekräftigen Stichpunkten, setzt zu jedem Hauptthema ein ansprechendes Bild und lasst vor allem Platz dazwischen, denn das wirkt entspannend auf den Leser. So kommt er leicht durch den Flyer und versteht die Informationen. Leichte Kost eben 🙂

    ​Farbe ist genauso wichtig wie der Inhalt
    Auf eurer Webseite oder bei anderen Unternehmensunterlagen habt ihr euch ohnehin schon einmal Gedanken über die richtige Farbe gemacht. Denn auch die ist äußerst wichtig, damit eure Botschaft richtig ankommt. Verschiedene Farben haben unterschiedliche Wirkungen. Bei Produktions- und Dienstleistungsunternehmen ist zum Beispiel blau sehr beliebt, da es als vornehm und unaufdringlich empfunden wird. Die Deutsche Bank und die Allianz Versicherung haben große Blauanteile in ihren Logos. Rot hingegen gilt in den meisten Fällen als aktionistisch und aggressiv und wird häufig von Handelsbetrieben wie ATU oder Lidl verwendet. Grün wirkt beruhigend und naturverbunden.
    Ihr seht also, wie wichtig auch beim Flyer die richtige Farbwahl ist. Sie gehört zur Botschaft. Bei einem farbigen Hintergrund müsst ihr außerdem darauf achten, dass euer Logo noch gut erkennbar und die Schrift noch gut lesbar ist.

    ​Der erste Satz muss sitzen!
    Die Überschrift und die Zwischenüberschriften sind eure Aushängeschilder. Beim Überfliegen werden sie als erstes gelesen. Also packt eine ordentliche Botschaft hinein. Außerdem muss euer Logo gut sichtbar sein und natürlich der Name eures Unternehmens oder eurer Agentur. Ein guter Eyecatcher kann auch ein schönes Foto sein, das die Botschaft transportiert.

    ​Visuelle Reize dürfen ruhig etwas mehr kosten
    ​Auch hier müsst ihr auf Qualität setzen. Der Text kann noch so gut und ansprechend sein. Wenn Bilder und Grafiken schlecht sind, wertet das den ganzen Flyer enorm ab. Sucht deshalb nach hoch aufgelösten Bildern und kauft sie, wenn es sein muss oder engagiert sogar einen guten Fotografen, der eure neue Ausstellungshalle fotografiert.

    ​Fazit
    ​Arbeitet mit Profis! Das fasst alles zusammen. Wenn ihr selber keine Texter seid, engagiert welche oder arbeitet zumindest mit ihnen zusammen. Fragt Grafiker um Rat, beauftragt einen Fotografen. Zwar wird der Flyer dann insgesamt um einiges teurer, aber der Erfolg wird euch zum Schluss Recht geben!